Wir alle kennen sie, aber lieben tun sie nur wenige von uns. Die Rande und ihre gesundheitlichen Vorteile fristen bis anhin eher ein Dasein im Hintergrund. Höchste Zeit, das zu ändern.

Rote Bete, Rande, Rotmöhre – es gibt viele Namen für das farbintensive Knollengemüse. Wirklich beliebt wurde die Knolle dadurch nicht, in der Statistik der meistverzehrten Gemüsesorten der Schweiz taucht die Rande trotz breiter Bekanntheit nicht einmal in den Top 10 auf. Dabei hatte die Rande bereits viele Jahrhunderte Zeit, sich auf dem Speiseplan zu etablieren, denn sie soll schon in der Antike verzehrt worden sein. Die Römer bauten sie als erste an, später verbreitete sie sich über ganz Europa – auch in die Schweiz. Hier ist sie seither heimisch und gedeiht am besten auf wasserhaltigen und humosen Lehmböden, die zum Beispiel in der Bodenseeregion zu finden sind. Neben der allseits bekannten roten Rande gibt es das Knollengemüse auch als gelbe (goldene) und weisse Version.

In der Lebensmittelbranche fungiert die Rande – respektive die rotgefärbte Varietät davon – oft als natürliches Färbemittel. Auch in der heimischen Küche kann sie so genutzt werden, beispielsweise im Risotto oder in Desserts. Verantwortlich für die rote Farbe sind sogenannte Betacyane, das sind sekundäre Pflanzenstoffe. Diese sollen nach aktuellen Studien einen positiven Einfluss auf die Verminderung von oxidativem Stress haben. Oxidativer Stress entsteht, wenn freie Radikale im Körper überhand nehmen. Freie Radikale werden einerseits durch bestimmte Stoffwechselvorgänge aber vor allem auch durch Umwelteinflüsse wie chronischer Stress, UV-Strahlung (Sonne, Solarium) oder Chemikalien in Umwelt und Nahrung (z.B. Pestizide, Konservierungsstoffe, Farbstoffe) gebildet.

Was die Rande gegenüber anderen Gemüsesorten auszeichnet ist ihr vergleichsweise hoher Nitratgehalt. Dieses bildet die Knolle aus dem Stickstoff, der sich im Boden befindet. Lange Zeit wurde Nitrat als kritischer Bestandteil betrachtet, jedoch zeigen neuere Studien, dass diätisches Nitrat durchaus positive Eigenschaften aufweist. Zum einen kann Nitrat zu einer Erweiterung der Blutgefässe und damit zu einer Absenkung des Blutdruckes führen. Dies wird begünstigt durch den in Randen enthaltene Mineralstoff Kalium, der die Wasserausscheidung aus dem Körper fördert. Das enthaltene Nitrat wirkt sich auch auf die sportliche Leistungsfähigkeit aus, da es den Sauerstoffbedarf der Muskeln verringert und dadurch deren Ermüdung verzögert. Der Körper benötigt somit weniger Sauerstoff für die gleiche Leistung.

Es muss also nicht immer exotisches Superfood aus fernen Ländern sein, auch unser einheimisches Gemüse kann in punkto gesundheitliche Vorteile mithalten.