Sie gilt allgemein als Grundnahrungsmittel und wird in jeder erdenklichen Form verzehrt. Wer etwas tiefer gräbt erkennet jedoch, dass die Kartoffel mehr kann als Rösti, Pommes Frites und Co.

Ursprünglich wurde die Kartoffel von den Inkas in Lateinamerika kultiviert. Erst im 16. Jahrhundert gelangte sie nach Europa und trat ihren Siegeszug als zukünftiges Grundnahrungsmittel an. Lange Zeit war an eine Sicherstellung der Ernährung ohne Kartoffeln nicht zu denken. In den letzten Jahren ging der Konsum zwar zurück, doch nach wie vor essen wir Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr unglaubliche 45 Kilogramm Kartoffeln pro Kopf. Für jeden Geschmack und jedes Gericht findet sich die passende Sorte: Ob mehlig- oder festkochend, Frühkartoffel oder Baked Potato. Oft wird die Kartoffel aber nur aus der kulinarischen Perspektive betrachtet, obwohl in und unter der Schale viele spannende Nährstoffe und gesundheitliche Vorteile schlummern.

In einer Kartoffel steckt mehr Vitamin C als in einem Apfel, nämlich rund 17 Milligramm auf 100 Gramm. Dieses Vitamin kann vom Körper nicht selbst hergestellt oder gespeichert werden, daher müssen wir es kontinuierlich über die Nahrung zuführen. Weiter sind Kartoffeln reich an Kalium. Dieser Mineralstoff sorgt dafür, dass Informationen von Zelle zu Zelle weitergeleitet werden können und ist daher unerlässlich für die Funktion unserer Organe, unseres Nervensystems, unserer Skelettmuskulatur, usw. Kalium gehört zudem zu den basischen Mineralstoffen und ist an der Regulation des Säure-Basen-Haushaltes beteiligt.

In Zusammenhang mit Kartoffeln ist Säure ein gutes Stichwort. Das Knollengemüse ist nämlich sogenannt basenüberschüssig und kann dadurch Magensäure binden und einer Übersäuerung des Körpers entgegenwirken. Vor allem wer an Sodbrennen oder Reflux leidet, kann Kartoffeln respektive Kartoffelsaft als Hausmittel einsetzen. In einer im Jahre 2005 durchgeführten Studie konnten die Teilnehmenden eine signifikante Verbesserung ihrer Beschwerden feststellen. Der Vorteil des Hausmittels Kartoffelsaft gegenüber herkömmlichen Medikamenten ist einerseits das Ausbleiben von Nebenwirkungen und andererseits dass die körpereigene Säure-Basen-Regulation nicht durcheinander gebracht wird. Bei der Magensäureproduktion wird nämlich die Base Bicarbonat ins Blut abgegeben, welche den pH-Wert des Blutes reguliert. Wird nun die Magensäureproduktion durch Medikamente, z.B. Protonpumpenhemmer, gestoppt, wird der Magen zwar nicht mehr durch Säure gereizt, aber auch kein Bicarbonat mehr ins Blut gegeben, sodass sich der Körper nicht mehr selbst regulieren kann. Bei der Einnahme von Kartoffelsaft hingegen besteht kein Risiko, in die Selbstregulation einzugreifen.

Es zeigt sich, Kartoffeln haben nicht nur in der Küche ihre Berechtigung, sondern können vor allem in flüssiger Form durchaus als Hausmittel genutzt werden.