Kaum ein anderes Gemüse wird so auf seine Kulinarik reduziert wie der Rettich. Nur wenige erkennen den naturheilkundlichen Wert dieser alten Kulturpflanze. Das sollte sich ändern.

Der Rettich stammt ursprünglich aus Vorderasien und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Schon die Ägypter stärkten sich damit und im asiatischen Raum erfreut er sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Dies hat mit Sicherheit mit der unverkennbaren Schärfe zu tun, die sich bestens für asiatische Gerichte eignet. Der pro Kopf Verbrauch liegt in diesen Breitengraden denn auch bei 30 Kilogramm pro Person, während hierzulande gerade einmal 250 Gramm pro Jahr verspeist werden. Die Gemüsepflanze Rettich ist ein Kreuzblütler aus der Kohlfamilie und zeichnet sich durch eine kugel- oder spindelförmige Wurzel aus, die eine weiße, rote, rosa oder schwarze Schale hat. Der brennend-würzige Geschmack entsteht durch den Gehalt an ätherischen Senfölen.

Diese ätherischen Senföle sind es denn auch, die denn Rettich unter anderem so interessant als Heilpflanze machen. Ihnen wird einerseits eine appetitanrege und antibakterielle Wirkung nachgesagt, und andererseits wird durch die Öle der Stoffwechsel in Schwung gebracht. Sie regen die Produktion von Gallenflüssigkeit in der Leber an, wodurch die Fettverbrennung in Gang kommt. Dies hat den willkommenen Nebeneffekt, dass auch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl durch den Verzehr von Rettich gemildert werden können. Die antibakterielle Wirkung der Senföle wirkt sich auch positiv auf die Lunge aus. In der Volksmedizin wird Rettich bei Husten als schleim- und krampflösendes Mittel eingesetzt.

Weitere bekannte Nährstoffe im Rettich sind Kalium, Magnesium, Phosphor und Kalzium. Der Mineralstoff Kalium schafft die Voraussetzungen dafür, dass Informationen von Zelle zu Zelle weitergeleitet werden können. Erst dadurch können unsere Organe, das Herz, das Nervensystem, die Skelettmuskulatur, die Darmmuskulatur und auch die Haut gesteuert werden und ihre Funktion erfüllen. Calcium ist zusammen mit Phosphor ist es das wichtigste Baumaterial für Knochen und Zähne. Und Magnesium ist der vierthäufigste Mineralstoff im Körper und in über 300 Stoffwechselvorgängen involviert. Er sorgt zum Beispiel für einen ausgeglichenen Energiestoffwechseln sowie die Muskel- und Nervenfunktion.

Höchste Zeit also, dass sich der Rettich auch in Europa durchsetzt und für seine wertvollen Nährstoffe gefeiert wird.